Die Zhou Epoche Es liegt in der Natur historischer Ereignisse begründet, dass es ein nahezu unmögliches Unterfangen ist, eine umfassende, historisch belegbare, exakte Darstellung von der Entstehung und Entwicklung des Quan fa (Chuan Fa) bzw. Gong Fu (Kung Fu in Europa und USA) zu zeichnen. In der Zhou-Epoche (1122-221 v. Chr.) findet man erste historischen Erwähnungen spezieller Kampfkünste. Der bekannte Kriegstheoretiker Sun Tzu lebte in dieser frühen Epoche. Liu Pang begründete die Han-Dynastie (206 v. Chr.-220 n. Chr.). In dieser Zeit wurden die Fundamente für die kulturelle, politische und wirtschaftliche Struktur Chinas gelegt, wie sie noch bis in den Anfang des letzten Jahrhunderts hinein gültig waren. Die Chinesen bezeichnen sich selbst als "Kinder der Han"; die Han stellen heute die grösste ethnische Gruppe im Vielvölkerstaat China dar. In jener Zeit der Kampfstil "Ch´ang Shou" ("Lange Hand"), der wohl als direkter Vorläufer des Shaolin Stils "Ch´ang Chuan" ("Lange Faust") betrachtet werden kann. Im Jahr 220 v. Chr. zerfiel das Reich der Han und die "Epoche der drei Reiche" (220-280 n. Chr.) begann.
San-guo Epoche Zu dieser Zeit lebte der sagenumwobene Volksheld General Kwan Yü, der in der späteren Ming-Dynastie sogar vergöttlicht und als Kriegsgott verehrt wurde. Noch heute wird er, im traditionellen religiösen Volksempfinden, als Nationalheld angesehen. Ihm zu Ehren wird die große chinesische Hellebarde, Guan Dao (Schwert des (General) Guan) gennant. Während der Jin-Dynastie(280-316 n. Chr.) verbreitete sich, aus Indien kommend, der Buddhismus, in ganz China. Das berühmte Shaolin-Kloster (Shao: Jung, Lin: Wald: "Kloster des Jungen Waldes") wurde wie viele andere buddhistische Klöster und Tempel gegen Ende des 5. Jhd. an den Hängen des Berges Song (Provinz Henan) in Nordchina errichtet. Der Überlieferung (Legende) nach kam gegen 520 n. Chr. (Epoche der Nördlichen und Südlichen Dynastien: 420-589 n. Chr.) ein indischer Mönch namens Bodhidarma (chin.: Da Mo, jap.: Daruma) in den buddhistischen Shaolin-Tempel und begründete dort den Chan-Buddhismus (jap.: Zen-Buddhismus). Die bis dahin in China bereits existierenden Kampfformen wurden durch den Chan-Buddhismus zu Kunstformen erhoben. Im Chan-Buddhismus werden die (physischen Übungen der) Kampfkünste als Mittel/Weg zur geistigen Vervollkommnung betrachtet. Die Atem- und Bewegungstechniken die Bodhidarma den Mönchen lehrte, stammten aus dem indischen Yoga.
Tang Epoche Ob Bodhidarma als Person wirklich gelebt hat ist so fraglich wie die historische Existenz von Jesus und letztendlich eine unbedeutende Glaubensfrage. Fest steht, dass im 6. Jhd. n. Chr. die Buddhistischen Mönche im Shaolin-Kloster Yoga-Übungen praktizierten und sich intensiv mit Kampf/Selbstverteidigungstechniken beschäftigten. Zweifellos war es die Abgeschiedenheit und die geordnete Ruhe ihres Lebens als Mönche, die die Entwicklung und Perfektion der Kunst des Gong Fu (Kung Fu) erst möglich machten. Dank des, durch den Chan-Buddhismus erreichten, psychischen und physischen Niveaus der Mönche, durchlief die Kampfkunst (ohne und mit Waffen) eine bis dahin in der Weltgeschichte unbekannte Evolution. Der in der Sung-Dynastie (1103-1142 n. Chr.) lebende General Yue Fei führte die 8 traditionellen Gymnastik-Übungen (Ba Duan Jin "8 Brockatstücke") des Kungfu (Gong Fu) bzw. des Qigong ein, und wird als Gründer des Adlerstils (Yue Jia Ien Chao: "Adlerklaue der Yue-Schule") angesehen. Kublai Khan, der Enkel des Dschingis Khan, vernichtete 1279 vor Kanton die kaiserliche chinesische Flotte. In der Folge eroberten die Mongolen das zerfallende Reich der Sung, Kublai Khan wurde Kaiser von China und gründete die Yuan-Dynastie (1279-1368 n. Chr.).
Qing Epoche Der letzte Ming-Kaiser erhängte sich während einer Revolte im Jahr 1640 unserer Zeitrechnung. Die von seinen Gefolgsleuten zur Hilfe gerufenen Stämme aus der Mandschurei, schlugen den Aufstand nieder und besetzten Beijing (Peking). Entgegen ihrer Zusicherung zogen sie sich die Mandschus jedoch nach ihrem militärischen Eingreifen nicht in ihre Heimat zurück. Sie gaben die Macht nicht mehr ab, besetzten ganz China und gründeten die Qing-Dynastie (1644-1911 n. Chr.). Das chinesische Volk stand den fremden Machthabern von Beginn an feindlich gegenüber und leistete Widerstand. Das Shaolin-Kloster war dabei eine Keimzelle der organisierten Resistance. Die Mandschu-Herrscher zerstörten in der Folge das Kloster (Nordchina) und die fliehenden Mönche errichteten einen neuen Shaolin-Tempel in der Provinz Fukien (Südchina). Die gewaltsame Vertreibung der Mönche aus dem nordchinesischen Tempel führte zur Verbreitung ihres Wissens an das gemeine Volk. Das sich bis dahin isoliert in den Klöstern hochentwickelte Chuan Fa fand so seinen Weg zu den Menschen in ganz China. Die Anzahl der sich in der Folge entwickelnden, oft recht unterschiedlichen, Stile ist Legion. Gemeinsam tragen aber alle den Samenkeim des klassischen Shaolin Kung Fu aus Nordchina in sich.
1912-Heute ImJahr 1937 wurde China durch die Invasion japanischer Truppen in den II. Weltkrieg hineingezogen. Nach der Machtübernahme der Kommunisten (unter Mao Dse Dung) im Jahr 1949 verliessen viele Quan Fa Meister China und flohen nach Hong Kong und Taiwan, wo sie ihre Künste in grösserer Freiheit praktizieren konnten. Nach dem Verbot der traditionellen Kampfkünste durch die fehlgeleiteten Ideologen der Kulturrevolution werden in China inzwischen wieder auf breiter Basis Kampfkünste geübt. Jedoch ist das heutige in der Volksrepublik praktizierte Wu Shu ("Kunst des Krieges") nicht mit den traditionellen Wu Shu bzw. Quan Fa zu verwechseln. Das moderne chinesische Wu Shu ist ein künstliches Konstrukt der kommunistischen Machthaber Chinas, der kriegerische Ursprung der Künste, der Kampf/Selbstverteidigung, tritt hinter artistischen/akrobatischen Aspekten zurück. Gemäss der in China herrschenden Ideologie eines vereinheitlichten, kommunistischen, klassenlosen Systems wurden auch die alten, klassischen Kampfkünste vereinheitlicht und in ein, der alles beherrschenden Partei, passendes Schema gepresst. Traditionelles Kungfu (Gong Fu), so es noch irgendwo existiert, kann leider nur noch in Taiwan bzw. in manchen Schulen in Europa und den USA gefunden werden. Aber auch dort treten klassische, traditionelle Ansprüche zunehmend hinter anderen Interessen zurück. Anders als die Parteideologie in China ist es das Streben nach finanziellen Profit und Reichtum das die alten Ideale und Traditionen verdrängt. So findet man heutzutage in der westlichen Welt eine Unmenge von Grossmeistern, "Kung Fu Schwarzgurt-Trägern" bzw. sogar "Dan-Grade" im Kung Fu. Traditionell gab und gibt es im chinesischen Quan Fa keine Graduierungen, abgesehen von der sinnvollen Unterscheidung zwischen Lehrer und Schüler. Angesichts der langen Geschichte der Chinesischen Kampfkünste sollte diese Anwandlungen mit grösster Vorsicht betrachtet werden, gewinnen in der Zukunft derart "neue, moderne" Einstellungen die Oberhand, so wird auch noch der letzte verbliebene Rest des ererbten Wissens der alten Meister verloren gehen. Es liegt an uns wie sorgsam wir mit dem verbliebenen Erbe des Kung Fu umgehen.
geographische Entwicklung Oft werden die verschiedenen Kungfu (Gong Fu)-Stile aufgrund ihrer geographischen Verbreitung/Herkunft eingeteilt. Die wichtigste Trennlinie ist dabei der Gelbe Fluss der die Formen in Nördliche und Südliche Stilrichtungen unterteilt.
Ein bekanntes chinesisches Sprichwort lautet: "Bei Dui Nan Quan!", demnach betont der Norden (Bei) meist Bein(Dui)-Techniken, im Süden (Nan) stehen dagegen Techniken mit der Hand/Faust (Quan) im Vordergrund.
Die bedeutendsten Stile Südchinas sind Hung Gar ("Tiger/Kranich-Stil"), Choi Li Fut, Wing Chun, Drache ("Lung Chuan"), Pak Hok ("Weisser Kranich"), südliche Gottesanbetterin ("Tang Lang Chuan") und Hou Chuan ("Affenstil") zu nennen.
Die bekanntesten Stile Nordchinas sind Ch´ang Chuan ("Lange Faust"), Lo Han Chuan ("Boxen der Schüler Buddahs"), Ien Chao ("Adlerklaue"), Ts´ui Pa Hsien ("8 unsterblichen Betrunkenen")und Nördliche Gottesanbetterin.
Während der Qing-Dynastie entwickelte sich speziell die 3 bekanntesten Inneren Stile Baguazhang (WG: Pa Kua Chang), Xingyiquan (WG: Hsing-i Chuan) und Taijiquan (WG: Tai Chi Chuan).
Die Qing-Dynastie endete durch die Proklamation der Chinesischen Republik am 01.01.1912.
In Nanchina wurde 1928 das Kuo Shu ("(Institut für) Nationale Kunst") gegründet. Eine Kommission der damals bedeutendsten und renommiertesten Meister unternahm einen wissenschaftlichen Versuch der Bestandsaufnahme der zahlreichen Quan Fa Richtungen in China.
Yan Lu Chan Der Stil-Gründer Yang Lu Chan (1799 - 1872, eigentlich Yang Fu Kui) wurde als Bauernsohn in der Provinz Hebei in dem Dorf Zhili geboren und mußte schon früh seinen Lebensunterhalt selbst verdienen. Vermutlich wurde er im Shaolin-Stil Hungquan (Hunggar) unterrichtet, und erhielt so eine gute Basis in den Kampfkünsten. Im Alter von zehn Jahren kam er zu einem Apotheker, einem Mitglied der Chen-Familie. Yang gelang es, die nächtlichen geheimen Trainings durch ein Loch in einer Scheunenwand zu beobachten und heimlich zu üben. Durch sein besonderes Talent brachte er es zu einem beachtlichen Fortschritt, obwohl er vermutlich keinen persönlichen Lehrer hatte. Doch durch eine Unvorsichtigkeit wurde sein heimliches Üben bekannt. Chen Chang-Xing gab ihm etwas Geld und schickte ihn fort, da er die Familie hintergangen hatte. Nach einer anderen Version der Geschichte erkannte Chen Chang-Xing Yang als Schüler an und erlaubte ihm öffentlich zu unterrichten. Yang Lu Chan kehrte, nachdem er dreißig Jahre bei der Chen-Familie geblieben ist, zuerst in sein Heimatdorf in Hebei zurück, ging aber bald nach Beijing, wo er eine Schule gründete. Zu dieser Zeit war er ungefähr 40 Jahre alt.
Der Aufstieg In Beijing waren viele der berühmtesten Kampfkunstschulen des Landes vertreten. Jeder Neuankömmling, der wie es Yang tat, eine Schule eröffnete, mußte viele Zweikämpfe austragen. Nur so konnte er zu einem guten Ruf und zu zahlreichen Schülern kommen. Yang Lu Chan wurde nie besiegt, deshalb erhielt er den Ehrennamen "Der Unbesiegbare". Er richtete das Tai-Chi-Chuan neu nach den alten überlieferten Texten aus und versuchte so, das Tai-Chi-Chuan zu seinem Ursprung zurückzuführen. Lu Chan und nach ihm sein Sohn Ban Hou unterrichteten unter anderen auch Wu Quan-You, den Gründer des (neueren) Wu-Stils. Er unterrichtete er seine Söhne nicht nur in den langsamen Bewegungen des Yang-Stils, sondern auch in dynamischen Techniken und im Zweikampf. Die Bewegungen hatten mehr Härte und wurden schneller ausgeführt, die Stellungen waren wohl auch tiefer. Man erzählt, daß Lu Chan in der Haltung "Die tiefe Peitsche" mit dem Mund eine Münze vom Boden aufheben konnte. In den Übungen wurden recht häufig Fasheng, Kampfschreie, ausgestoßen, was eine traditionelle Methode ist, um die Energie in den Techniken zu sammeln und auf den Gegner zu übertragen.
Tai-Chi-Chuan Später wurde Yang Lu Chan von Wu Yu Xiang als Lehrer am kaiserlichen Hof empfohlen. Dort hatte er viele Herausforderungen, wurde aber auch dabei nie besiegt. Unter seinen Schülern waren nicht nur die angesehensten Männer des Hofes, Mitglieder der kaiserlichen Familie, wie 8 Prinzen, sondern auch viele Mitglieder des Militärs und ganze Wachmannschaften. Als Yang seine Kampfkunst noch in Yongnian unterrichtete, wurde sie noch Miaquan ("Baumwoll-Faust") oder Huaquan ("Neutralisierende Faust") genannt. Als Yang häufig Kämpfe am kaiserlichen Hof auszutragen hatte, kamen oft viele Zuschauer, um ihn kämpfen zu sehen. Eines Tages war ein Gelehrter namens Ong Tong He unter den Zuschauern. Er war von den Techniken Yang´s sehr beeindruckt und meinte die körperliche Manifestation der daoistischen Philosophie vor sich zu sehen. Da diese Philosophie ihren Ausdruck in dem Wort Taiji findet, wurde die Kampfkunst bald Tai-Chi-Chuan genannt. Ong schrieb für Yang Lu Chan einen kurzen Leitspruch: "Hände, die das Taiji in sich halten, erschüttern die ganze Welt; eine Brust, welche die höchsten Fähigkeiten in sich trägt, besiegt eine Horde von Helden." Eine andere Theorie besagt, daß der berühmte Meister Wang Zong Yue bei dem Studium des Yijing (Buch der Wandlungen) eine große Ähnlichkeit zwischen der daoistischen Philosophie und seiner Kampfkunst entdeckte. Er übernahm dann den Namen Taiji (was eigentlich die Interaktion von Yin und Yang beschreibt), um mit einem Begriff die Essenz des Tai-Chi-Chuan zusammenzufassen.
Yang Lu's Tai-Chi Das Yang-Tai-Chi-Chuan, das Yang Lu Chan unterrichtete, unterscheidet sich von der heutigen Ausübung. Es wird allgemein als Laojia (Lao Yang Jia Tai-Chi-Chuan), "Alter Stil", bezeichnet. Heute kennt man ihn unter der Bezeichnung Dajia, "Großer Stil". Die Bewegungen waren weit und geräumig. Yang vereinfachte aber auch diesen Stil so, daß er ihn leicht an Unerfahrene unterrichten konnte. Diesen vereinfachten Stil lehrte er auch am Kaiserhof. Seine besten Schüler aus den Reihen der adeligen Mandschu waren Quan You, der später seinen eigenen Stil gründete (und den Familiennamen Wu annahm), Wan Chun und Ling Shan. Den alten Yang-Stil gab er an Yang Jian Hou weiter. Er unterrichtete Zhang Qin Ling, der das Gelernte dann an Wang Yan Nian weitergab. Yang Ban Hou und Yang Cheng Fu haben ausschließlich die neuere vereinfachte Version unterrichtet. Vermutlich kannten sie aber auch die von Lu Chan ursprünglich gegründete Version. Da die ursprüngliche Version so schwierig zu erlernen war, veränderte er sie so, daß sie für jeden einfach nachzuahmen war. Diese Form nannte man damals "Kleine Form". Lu Chans Tai-Chi-Chuan mußte damals noch sehr stärke Ähnlichkeit mit dem alten Chen-Taijiquan gehabt haben. Aber durch die "Kleine Form" wurde der erste Schritt in Richtung des heute bekannten Yang-Stils gemacht, der durch Yang Cheng Fu noch stärker verändert wurde. Vermutlich wurde diese Form von Yang Lu Chan als eine Form der Selektion eingesetzt.
Die Geheimnisse des Tai Chi Chuan Früher war es in den Kampfkünsten nicht unbedingt üblich, mit Geld einen Kampfkunst-Lehrer zum Unterricht zu verpflichten. Die Schüler mußten oft jahrelang um diese Gunst werben, hauptsächlich, indem sie täglich schwere Arbeiten für ihren Lehrer verrichteten und verschiedenen Loyalitäts-Tests unterzogen wurden. Erst als der Meister seinen Schüler für Wert genug empfand, begann er mit dem Unterricht. Der Schüler wurde vorher auf seinen Charakter, seine Treue, Hingabe und Disziplin geprüft. So verhinderte der Meister, unverantwortliche Schüler auszubilden, die ihn und seine Kampfkunst nicht hoch genug schätzten. Doch zu Lu Chan´s Zeiten wurde das öffentliche Unterrichten gerade populär. Die alten Werte mußten weichen. Und doch bürgerten sich bei den Meistern neue Auswahlverfahren ein. So unterrichteten viele Meister, speziell für die Masse entwickelte Formen und Techniken, gaben aber die wahren Stil-Geheimnisse nur an ausgewählte Schüler weiter. So wurden Schlüsselbewegungen verändert, Anwendungen falsch unterrichtet und absichtlich falsche Schwerpunkte gelegt. Nur eine kleine Auswahl von Fortgeschrittenen, die sich über Jahre hinweg als besonders treu und zuverlässig erwiesen hatten, wurden in die wahre Kampfkunst eingeweiht. Ähnliche Vorgehensweise läßt sich auch im Yang-Stil vermuten. Das führte zu den Legenden über die "Geheimnisse" des Tai-Chi-Chuan, die zu übernatürlichen Fähigkeiten verhelfen sollten, wenn sie gefunden werden. "Ich lernte den Stil... den Yang Lu Chan praktizierte, bevor er an den kaiserlichen Hof ging, um zu lehren. Nachdem sich Yang im Kaiserpalast niederließ, gründete er für den Kaiser und seine Familie eine vereinfachte Form, denn er glaubte, daß sie die ursprüngliche Form nicht erlernen könnten, da sie zu kompliziert war. Nach dieser Zeit gab es zwei Formen: eine, die Yang beim Kaiser unterrichtete und eine, die er selbst übte, bevor er an den Hof ging. Ich lernte diese zweite Form." (Wang Yan Nian)
Yang Ban Hou Yang Ban Hou (1837 - 1892), der ältere Sohn Yang Lu Chan´s versuchte dem strengen Training seines Vaters zu entkommen, indem er von Zuhause weglief. Von Wu Yu Xiang, von dem er als Kind oft auch im Tai-Chi-Chuan unterrichtet wurde, lernte er Lesen und Schreiben und wurde mit den klassischen Schriften des Tai-Chi-Chuan vertraut gemacht. Sein Tai-Chi-Chuan wurde stark von Wu Yu Xiang beeinflußt und er nannte seinen Stil Xiaojia, "Kleiner Stil". Ban Hou wird als groß, schlank und gutaussehend beschrieben. Sein Ruf als großer Meister des Tai-Chi-Chuan ging weit über Beijing hinaus. Doch in den Tuishou und anderen Partnerübungen ließ er oft seiner ganzen Kraft freien Lauf und verletzte so häufig seine Schüler. Wohl aus diesem Grund und wegen seiner ungeduldigen, aufbrausenden Art hatte er nicht viele Schüler. Ban Hou war noch am meisten, von allen Schülern Lu Chans, im alten Chen-Stil verhaftet Er betonte vor allem die kämpferischen Aspekte des Tai-Chi-Chuan Ban Hou wurde, als er schon über 50 Jahre alt war, von einem Kämpfer aufgefordert, seine Fähigkeiten zu beweisen. Der Fremde stellte Holzklötze im Abstand von zwei Fuß in einem Hof auf und forderte Yang auf, die Hand flach auf seinen Rücken, zwischen die Schulterblätter, zu legen, während er von einem Block zum anderen springen wollte. Würde Yang den Kontakt unterbrechen oder gar ganz verlieren, so sollte das als Niederlage gelten. Während der Fremde von Block zu Block wie eine Schwalbe flitzte, verlor Yang jedoch nie den Kontakt, sondern folgte ihm mit Leichtigkeit. Als der Herausforderer nach einiger Zeit keinen Erfolg hatte sprang er vor Wut auf das Dach eines niedrigen Schuppens und drehte sich schnell herum, um Yang vor sich zu sehen. Er drehte und drehte sich, aber Yang war immer hinter ihm und hatte seine Hand fest auf dessen Rücken kleben. So wurde Yang für seine "Anhaftende Energie" berühmt. Yang Ban Hou wurde wegen seinen Fähigkeiten Lehrer der "besonderen Palastgarde" des Kaisers. Als Yang Ban Hou noch jung war bestritt er einmal einen Schaukampf mit dem berühmten Kampfkunstexperten Liu, dem viele Menschen zusahen. Während dem Kampf ging Liu in den Nahkampf über und packte Ban Hou fest am Handgelenk, um ihn zu Boden zu werfen. Ban Hou aber blieb an ihm kleben und Liu fand sich bald selbst auf der Erde wieder. Stolz ging er darauf nach hause, um seinem Vater davon zu erzählen. Der alte Yang aber sagte nur: "Das hast du gut gemacht, aber dein Ärmel ist zerrissen. Ist das Tai-Chi-Chuan?" Ban Hou wurde nie besiegt, obwohl er viel mehr Kämpfe bestritt als sein Vater, und wurde deshalb "der unverwundbare Yang" genannt. Ban Hou war in älteren Jahren zufällig Zuschauer einer Demonstration des jungen und später berühmten Schwertkämpfers Li Chin Lin (1860 - 1920). Li wirbelte umher und zeigte seine spektakulärsten und dynamischten Techniken. Die Zuschauer applaudierten und jubelten begeistert. Nur einer, Yang Ban Hou, schüttelte lächelnd den Kopf. Li sah das und forderte ihn auf, doch seine Kunst zu zeigen, wenn er das vielleicht besser könne. Ban Hou zeigte einige langsame und weiche Taijiquan-Techniken. Li wunderte sich und fragte Ban Hou, ob er denn so mit ihm kämpfen würde. Ban Hou hatte kein Schwert und übte diese Waffe auch nicht, aber trotzdem ging er auf die Herausforderung ein und beschloß mit seiner langstieligen Bronzepfeife, die sein ständiger Begleiter war, gegen den mit einem Schwert bewaffneten Li anzutreten. Li versuchte seine berühmten Techniken anzuwenden, er drehte sich und wirbelte umher, schlug und stach, aber Ban Hou´s Pfeife klebte immer so an dem Schwert, daß dieser keine einzige Technik zum Ziel bringen konnte. Es schien Li, als ob Ban Hou alle Techniken vorausahnte und sie verhinderte. Ban Hou brachte das "Haften", das ein wichtiges Prinzip der Taijiquan-Techniken ist, zum Einsatz und hatte Li so unter völliger Kontrolle. Li gab auf und bat Ban Hou, bei ihm das Tai-Chi-Chuan erlernen zu dürfen.
Yang Jian Hou Yang Jian Hou (1843 - 1917) der jüngste Sohn von Lu Chan ertrug das harte Training des Vaters ebenfalls kaum und versuchte Selbstmord zu begehen. Seine Techniken waren, als er noch ein Kind war, nicht so gut, wie die seines älteren, talentierten Bruders. Deshalb ließ sein Vater ihn jeden Tag besonders lange üben, so daß er oft dem völligen psychischen und physischen Zusammenbruch nahe war. Vielleicht entwickelte er sich später gerade deshalb zu einem besonders guten Lehrer. Er war ein sehr sensibler, umgänglicher und sanfter Mensch, der von allen sehr geschätzt und geliebt wurde. Er galt als geschickter Kämpfer und hat, nur mit einem Fächer bewaffnet, einen berühmten Schwertkämpfer besiegt. Sein Tai-Chi-Chuan war ein Kompromiß zwischen dem "Großen Stil" seines Vaters und dem "Kleinen Stil" seines Bruders und wurde Zhongjia, der "Mittlere Stil" genannt. Es wird erzählt, daß er die Fähigkeit hatte, Vögel auf seine Hand zu locken und sie durch bloße Willenskraft am Wegfliegen zu hindern. Seine Spezialität waren Kampftechniken im Liegen. Er war für sein diszipliniertes und konsequentes Training bekannt und übte bis zu dreißig Durchgänge seiner Form (Lu) an einem Tag. Seine Hauptschüler waren Yang Cheng Fu und Yang Shao Hou. In Xian lebte ein Beamter namens Qi Si, der sich in den Kampfkünsten weiterbilden wollte. Er hörte von dem Können von Yang Jian Hou und ging nach Peking, um sich von ihm unterrichten zu lassen. Obwohl der Unterricht nur etwas über einen Monat dauerte, war er sehr intensiv. Qi Si lernte sogar Speer- und Schwert-Techniken. Er verstand sich sehr gut mit Jian Hou und die beiden diskutierten viel miteinander. Und als Qi Si nach Hause zurückkehrte, berichtetet er nur gutes über seinen Meister. In der gleichen Gegend wohnte ein Mann namens "Großes-Schwert-Wang", er war ein großer Meister mit dem Speer und dem Schwert und hatte mehr als 500 Schüler. Als Qi ihm von seinem Meister erzählte wurde er neugierig und reiste nach Peking, um Jian Hou zum Kampf herauszufordern. Jian Hou sagte zu ihm: "Meister Wang, ihr habt lange und intensiv geübt, ich fürchte, ich bin kein gleichwertiger Gegner für euch." Doch Wang wollte nicht ohne Ergebnis abziehen und bedrängte Jian Hou so lange, bis er nachgab. Jian Hou bemerkte, daß er keine Chance zur Widerrede hatte und nahm einfach seinen Speer und ging in den Hof, Wang folgte ihm. Wang machte einen plötzlichen Ausfall, aber Jian Hou drehte sich zur Seite und wich zurück. Wang wirbelte seinen Speer und versuchte Jian Hou zu bedrängen, aber der ließ ihn immer ins Leere laufen. Als Wang den Speer zurückzog und für einen entscheidenden Stoß ausholte, benutzte Jian Hou diese Bewegung des Gegners und machte eine schaufelnde Technik. Wangs Speer flog hoch in die Luft und verletzte ihn dabei im Gesicht. Wang gab auf und wurde später, ohne Neid oder Rachsucht, Schüler von Jian Hou.
Yang Shao Hou Yang Shao Hou (1862 - 1929), der älteste Sohn von Yang Jian Hou, begann das Taijiquan-Training schon sehr früh, im Alter von 6 Jahren. Er wurde seinem Onkel Yang Ban Hou als Pflegesohn gegeben, und er war auch für den größten Teil seiner Ausbildung verantwortlich. Man sagt, er habe das Temperament, aber auch die Fähigkeiten seines Onkels gehabt. Aber er studierte auch bei seinem Vater und sogar bei seinem Großvater, Yang Lu Chan. Seine sehr fortgeschrittenen Kenntnisse machten ihn schon früh zum Meister von Vitalpunkt-Techniken, Hebeln, Sehnen-Teilung, Knochen-Techniken, Angriffen auf Blutgefäße und nicht zuletzt der psychologischen Beeinflussung. Man sagt, daß kaum ein Gegner seinem Willen und seiner psychologischen Macht über andere standhalten konnte. Alle, die sein Training sahen, waren begeistert und wollten seine Schüler werden; doch kaum jemand hielt seinen harten Trainings-Methoden stand. Sein Hang zur Gewalt führte dazu, daß er nur wenige Schüler hatte, die sein Training durchstanden und bereit waren die Gefahren auf sich zu nehmen. Bei den Partnerübungen verletzte er seinen Schüler oft schwer. Man sagte ihm nach, seine Schüler danach auszuwählen, wie reich und bekannt sie waren. Shao Hou hatte eine strenge und kühle Persönlichkeit. Er wurde von Chen Wei Ming nach Shanghai eingeladen, um öffentlichen Unterricht zu erteilen. Dort unterrichtete er den gleichen "Großen Stil" (Dajia), wie sein Bruder Yang Cheng Fu. Er unterrichtete Dajia aber auch Xiaojia. Später unterrichtete er nur noch privat und entwickelte eine eigene Form und eine Kampf-Form für zwei Übende. Später nannte man sie "Yang Shao Hou´s Kleiner Stil". Sein Kleiner Stil ist stark von dem alten Yang-Stil von Yang Lu Chan beeinflußt. Die Form besteht aus 73 Techniken und mehr als 200 Bewegungen. Als Unterschied zu den meisten heute bekannten Formen wird sie aber schnell ausgeführt und wirkt sehr kämpferisch und dynamisch. Da die Techniken sehr schnell, aber entspannt und "verwurzelt", und doch kraftvoll (man denke an innere Kraft) sein sollen, erfordert die Form sehr viel Übung. Der "Große Stil", Dajia, wurde deshalb als Voraussetzung angesehen. Heute ist die Form fast nicht mehr anzutreffen. Es ist möglich, daß Yang Shao Hou, der letzte der großen Meister war, der die alte,dynamische Yang-Form beherrschte, die nicht nur die Wurzel des Yang-Stils war, sondern auch die Kampfkunst, nach der man alle Selbstverteidigungstechniken erlernen sollte. Möglicherweise verschwand mit seinem Tod das traditionelle schnelle Tai-Chi-Chuan ganz. Man erzählt sich, daß Yang Shao Hou eine besondere Trainings-Methode für seine Schüler entwickelt hatte. Um Kraft, Durchhaltevermögen und "Wurzel" zu erziehen ließ er seine Schüler oft unter einem Küchentisch stehend üben. Seine Bewegungen waren klein, hart, schnell und verwurzelt, seine Stellungen waren tief abgesenkt. Im freien Kampf war er ein großer Meister. 1929 beging er in Nanking Selbstmord. Sein Sohn Yang Zhen Sheng setzte die Tradition des Tai-Chi-Chuan fort.
Yang Cheng Fu Yang Cheng Fu (1883 - 1936), ein Sohn von Yang Jian Hou hat angeblich das Training, so wie es üblich war, zu anstrengend gefunden und gründete deshalb seinen eigenen Stil, den er Dajia, den "Großen Rahmen" nannte. Trotz des gleichen Namens, ist er nicht identisch mit dem alten Stil, den sein Großvaters Yang Lu Chan, übte und unterrichtete. Alle schwierigen Bewegungen wurden aus ihm entfernt oder vereinfacht. Dadurch wandelte sich das Tai-Chi-Chuan vordergründig zu einer Gesundheitsübung und wurde sehr bekannt. Alte Überbleibsel, wie Stampfen, Springen, Drehen und Treten verschwanden aus seinem neuen und modernen Tai-Chi-Chuan Sein Wesen war dem seines Vaters sehr ähnlich, er galt als gutmütig und freundlich. Er war für einen Chinesen sehr groß. Die, die ihn kannten, sagten, daß er wie aus Stahl mit Baumwolle umwickelt erschien, wenn man mit ihm kämpfte. Seine Bewegungen waren offen und weich, wie "eine Kugel in Watte". Im Alter wog er angeblich 300 Pfund, war aber immer noch aktiv und einer der beliebtesten Taijiquan-Lehrer Chinas. Er wurde nie im Kampf besiegt (die Aussagen zu Yang Cheng Fu sind, was seine Fähigkeiten betrifft, sehr kontrovers). Als er noch jung war, schätzte er das Tai-Chi-Chuan nicht besonders und war auch kein fleißiger Schüler; erst 1917 begann er , Tai-Chi-Chuan intensiv zu üben. Erst nachdem sein Vater gestorben ist, erkannte er den Wert des Tai-Chi-Chuan und es tat ihm sehr leid, daß er das Wissen seines Vaters nicht ausgeschöpft hatte. Er unterrichtete aber auch eine Form mit 81 Bewegungen, die er noch von ihm gelernt hatte. Er hatte vier Söhne, die er alle im Tai-Chi-Chuan unterrichtete. Über sie schreibt ein Bekannter der Familie: "Während man ihre Fähigkeiten heutzutage als vergleichsweise gut bezeichnen kann, können sie im Vergleich mit dem hohen Niveau ihrer Vorfahren nur einen tiefen Seufzer hervorrufen." Seine wahren Nachfolger sollen eher Dong Ying Jie und Zheng Man Qing gewesen sein.
Der moderne Tai Chi Chuan Obwohl Yang Cheng Fu, wie manche Quellen berichten, ein hervorragender Kämpfer war, unterrichtete er nur wenige auserwählte Schülern in der Selbstverteidigung. Nachdem 1911 die Qing-Dynastie zusammengebrochen ist, kam zwischen 1920 und 1930 in China eine wahre Kampfkunstwelle auf. Vor allem in dieser Zeit verbreitete Cheng Fu das Tai-Chi-Chuan stark. 1925 wurde er von seinem Schüler Chen Wei Ming eingeladen, in Shanghai zu unterrichten. Dort begann er, große Gruppen zu unterrichten. Vorher lehrte er nur in kleinen Gruppen und nur privat. Als 1926 in Naking das zentrale Guoshu-Institut gegründet wurde, wurde er Hauptlehrer im Tai-Chi-Chuan Er reiste viel umher und unterrichtete teilweise in ganz China, was erklärt, warum heute das Yang-Tai-Chi-Chuan beliebt ist. Er bekam den Namen "Vater des Tai-Chi-Chuan" und es ist wohl ihm zu verdanken, daß Tai-Chi-Chuan sowohl als Kampfkunst als auch hauptsächlich als Gesundheitsübung weite Verbreitung fand. Als Yang Cheng Fu die Schule in Beijing übernahm, hatte die Welt sich inzwischen stark verändert. Durch die Entwicklung von modernen Waffen, die politischen Veränderungen in China und der Umstrukturierung der alten chinesischen Gesellschaftsordnung, mußte das Tai-Chi-Chuan nun anderen Anforderungen gerecht werden. Als Kampfkunst - abgelöst von neuen Waffen und Strategien - hatte es jeden Wert verloren. Cheng-Fu sah seine Aufgabe darin, die Bedeutung des Tai-Chi-Chuan, auch unter veränderten Bedingungen, weiter zu erhalten. Anpassung war jetzt gefragt, und doch sollten die alten Traditionen nicht vollkommen verloren gehen. Dazu ging er zwei Wege: Als erstes stellte er das Tai-Chi-Chuan noch stärker auf die gesundheitlichen Aspekte um und machte sie zum wichtigsten Übungsaspekt. Dann stellte er das Tai-Chi-Chuan von einer früher militärischen Kunst auf eine reine Selbstvetreidigungsübung um. Da Yang Cheng Fu jetzt öffentlich unterrichtete, veränderte er das Tai-Chi-Chuan seiner Vorfahren. Obwohl der Ablauf im großen und ganzen erhalten geblieben ist, ließ er die explosiven Techniken raus. So wie er sie verändert hat, ist sie zu der am meisten geübten Form des Tai-Chi-Chuan geworden. Zusätzlich unterrichtete er aber auch eine Form für seine fortgeschrittenen Schüler, die die alten Techniken der Kraftentladung beinhaltete. Als Voraussetzung sah er dazu das Beherrschen der langen Yang-Form. Da er selbst die Schüler auswählte, die diese Form lernen durften, erlaubte er es nicht, daß sie während den öffentlichen Unterrichtsstunden geübt wurde. Diese Form wurde dann Taiji-langes-Boxen genannt. Sie besteht aus 59 Techniken und ist viel beweglicher und dynamischer als die heute bekannte lange Form. Diese Form betont vor allem die kämpferische Anwendung und lehrt auch die Entladung von innerer Kraft. Da sie jedoch, verglichen mit der langen Form, so kurz ist, haben viele Schüler sie verlängert; teilweise auf bis zu 150 Techniken Diese Form ist heute sehr selten geworden. In den Kampfkünsten Chinas war es seit jeher Tradition, nur wenigen auserwählten Schülern "alles" über die Kampfkunst, die sie übten beizubringen. Auch Yang Cheng Fu soll nur etwa 25 auserwählte Schüler gehabt haben. Yang Cheng Fu wurde einmal gefragt, wieviel Jahre man braucht, um Tai-Chi-Chuan zu lernen. Er antwortete: "Mein Freund, wenn es um die Kampfkünste geht, kann man nicht in Zeitabschnitten von Jahren sprechen. Ein Lehrer benutzt vielleicht immer die gleichen Methoden, um sein Wissen zu vermitteln, aber die Kapazität eines jeden Schülers ist unterschiedlich. Manche lernen es in einem Jahr oder zwei, manche meistern es in nur drei bis fünf Monaten. Und es gibt auch die, die s nach 10 oder 20 Jahren nicht verstehen. Wichtig in dieser Kunst sind nicht die physische Statur oder das Alter, sondern die individuelle Aufnahmefähigkeit. Ich studiere diese Kunst seit 50 Jahren, aber oft habe ich das Bedürfnis, mich an einen Meister zu wenden." Yang Cheng Fu scheute sich davor, sein Wissen zu veröffentlichen. Deshalb stand er besonders dem Bücher-Schreiben sehr skeptische gegenüber. Er war hin und hergerissen zwischen dem Wunsch sein Wissen weiterzugeben und der Angst, seine Erkenntnisse könnten in die falschen Hände geraten. Doch Anfang der dreißiger Jahre, nachdem sein Schüler Chen Wei-Ming schon ein Buch veröffentlichte, erschienen auch von Yang Cheng Fu selbst: "Die gesamte Theorie und Praxis des Tai-Chi-Chuan" und "Selbstverteidigungsmethoden des Tai-Chi-Chuan". Chen Wei Ming, Zheng Man Qing (1900 - 1975) und Fu Zhong Wen (1907 - 1994) gehören zu seinen bekanntesten Schülern. Chen Wei Ming veröffentlichte 1925 das Buch "Tai-Chi-Chuan Techniken" mit Bildern von Yang Cheng Fu.